2007: Preisträger

Die Preisträger 2007 wurden am 31. August 2007 im Rahmen der Preisverleihung im Partika-Saal der Robert Schumann Hochschule in Düsseldorf bekannt gegeben und geehrt.

Expertenrunde: Dr. Robert von Zahn (Generalsekretär LandesMusikRat NRW e.V.), Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff (Kulturstaatssekretär NRW), Dr. Ulrike Gruner (Moderatorin WDR), Martin Recker (Vorstandsmitglied Sparda-Bank West eG), Volker Gerland (Vorsitzender des LVdM NRW e.V.) v.l.n.r.

1. Preis in der Kategorie Begegnung

?Mit Musik durchs Jahr? lautet der Titel eines Großprojektes der Musikschule Haan e.V. gemeinsam mit der Evangelischen Kantorei Haan, dem Kirchenchor Cäcilia Gruiten und der Gemeinschaftsgrundschule Mittelhaan.

Alle 250 Kinder der Grundschule haben von September 2006 bis April 2007 gemeinsam mit den Mitgliedern der Kirchenchöre und Instrumentalensembles der Musikschule ein musikalisches Programm erarbeitet, das in zwei großen, erfolgreichen Konzerte der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.

In diesem Projekt verbinden sich die verschiedenen Generationen durch das gemeinsame Singen, die Laienchöre erhielten ein professionelles Coaching durch die Lehrkräfte der Musikschulen und es wurden Kontakte über die Chorgrenzen hinaus geschlossen, die bei den Beteiligten nachhaltige Eindrücke hinterließen, besonders auch bei den Kindern aus nicht kulturaffinen Familien.

Diese Aspekte der Begegnung zwischen Grundschulkindern und Kirchenchören mit der bekannten Altersproblematik unter Federführung der Musikschule, veranlassten die Jury den ersten Preis in der Kategorie Begegnung an das Projekt in Haan zu geben.

Laudator: Martin Recker, Vorstand der Stiftung Kunst, Kultur und Soziales der Sparda-Bank West und Vorstandsmitglied der Sparda-Bank West (stellvertretend für Herrn Professor Dr. Eckhart Pankoke, Uni Essen-Duisburg, verst. am 14. Juli 2007).

1. Preis in der Kategorie Innovationsfeld Schule

Bereits im Jahr 2006 wurde von der Jury für das Hauptschulprojekt der Rheinischen Musikschule Köln eine „Besondere Erwähnung“ ausgesprochen.

In diesem Jahr hatte sich Köln erneut mit seinem „klanglabor“ beworben, einem innovativen musikpädagogischen Projekt, das in den letzten 12 Monaten einen beeindruckenden Verlauf und beachtliche Ergebnisse zeigen konnte.

An der Hauptschule Tiefentalstraße wird den Jugendlichen die Möglichkeit gegeben, in einem selbstverantworteten Rahmen, ohne instrumentale Vorkenntnisse, eigene musikalischen Ausdrucksmöglichkeiten zu finden. Ganz direkt werden mit diesem Projekt die gestalterischen kreativen Kräfte der Schülerinnen und Schüler angesprochen. Die Erfahrungen des ersten Jahres haben gezeigt, dass die beabsichtigen Ziele: Schärfung der Wahrnehmung, Förderung des Selbstvertrauens, Schulung der Kommunikationsfähigkeiten und sozialen Kompetenzen und das Wecken des Interesses an Musik jenseits des passiven Konsums tatsächlich erreicht werden können.

Das „klanglabor“ soll nun als dauerhaftes Angebot in den Unterrichtskanon der Hauptschule integriert werden.

Diese besondere Arbeit der Rheinischen Musikschule Köln an der Hauptschule, das hohe künstlerische Kompetenz mit innovativen Ansätzen moderner Pädagogik verbindet, zeichnet die Jury des Sparda-MusikNetzWerk 2007 mit dem ersten Preis in der Kategorie „Innovationsfeld Schule“

Laudator: Professor Karl Karst, Programmchef von WDR 3 Kulturradio

1. Preis in der Kategorie Kulturleben

In der Kategorie Kulturleben geht der Preis des Sparda-MusikNetzWerk an die Musikschule Wermelskirchen e.V. und das Sinfonieorchester der Musikgemeinde Wermelskirchen e.V. für zwei außergewöhnliche Konzertprojekte, die in vielfacher Hinsicht Grenzen überschreiten.

„Cantus Lucis“ ist der Titel eines Werkes für Jazztrio und sinfonisches Orchester, das nach Werken des Wermelskirchener Malers Heinz Engels von Angelika Niescier komponiert und in Wermelskirchen uraufgeführt wurde – dirigiert vom Leiter der Musikschule, Alfred Karnowka. Dieses experimentelle Projekt verbindet Kunstsparten und Musikgenres ebenso wie Profi- und Laienmusik.

„Krieg und Frieden“ war der Titel eines weiteren Konzertprojektes, das die Jugendlichen des Sinfonieorchesters für den Jugendorchester-Wettbewerb der „Jeunesse musicale“ entwickelt hatten. Ganz im Zeichen von Gegensätzen wurde ein Programm entwickelt und eine alte Fabrikhalle eigens für das Ereignis aufwändig hergerichtet und mit Licht- und Bildinstallationen zusätzlich bespielt.

Die Jury zeichnet mit einem ersten Preis das Engagement der Kooperationspartner für eine beispielhaft mutige und in allen Aspekten grenzüberschreitende Programmatik aus, die das kulturelle Leben in Wermelskirchen nachhaltig beeindruckt und befruchtet hat.

Laudator: Volker Gerland, Leiter der Musikschule Dortmund und Vorsitzender des Landesverbandes der Musikschulen NRW e.V. (LVdM NRW e.V.)

1. Preis in der Kategorie Nachwuchs

In der Kategorie Nachwuchs prämierte die Jury die jahrzehntelange fruchtbare Zusammenarbeit der Bergischen Musikschule Wuppertal mit der Mandolinen-Konzertgesellschaft Wuppertal e.V. zur Förderung des Mandolinennachwuchs.

Bereits in den 70er Jahren begann die enge Verzahnung beider Institutionen mit wachsender gegenseitiger Unterstützung, z. B. durch personelle Unterstützung bei Proben und Konzerten, durch die Bereitstellung von Noten und Instrumenten und durch gemeinsame Werbung sowie gemeinsame Projekte, z. B. im Offenen Ganztag.

Die Musikschule unterstützt das Orchester z. B. durch die Ausbildung der Spielerinnen und Spielern und die Stellung von Räumlichkeiten. Gemeinsam wurden innovative (Konzert)-projekte entwickelt und durchgeführt, wie z. B. ?Konzerte für Kinder plus Eltern plus…? oder die erstmalige Einführung von E-Mandolinenunterricht als Novität in NRW.

Diese dauerhafte, nachhaltige und erfolgreiche Kooperation, die sich durch gemeinsamen innovativen Ansätzen immer wieder belebt, überzeugte die Jury, den ersten Preis in der Kategorie Nachwuchs nach Wuppertal zu vergeben.

Laudator: Arnd Bolten, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft ?Musik im Laienbereich? des LandesMusikRates NRW e.V., Vizepräsident des LandesMusikRates NRW e.V. und des Volksmusikerbundes NRW e.V.

Besondere Erwähnung in der Kategorie Nachwuchs

Ebenfalls in der Kategorie Nachwuchs sprach die Jury eine Besondere Erwähnung für das Projekt ?Toni im Liedergarten? des Chorverbandes NRW aus.

Hiermit würdigt die Jury das Engagement des Chorverbandes für die musikalische Frühförderung von Kindern zwischen 18 Monaten und 4 Jahren. Die Mitgliedschöre in NRW können Paten-schaften für ?Liedergarten-Gruppen? übernehmen, in denen speziell für das Projekt weitergebildete Lehrkräfte mit Kindern und Eltern gemeinsam singen, spielen und musizieren.

Mit der Besonderen Erwähnung im Sparda-MusikNetzWerk 2007 möchte die Jury die Verantwortlichen im Chorverband dazu anregen, Netzwerke vor Ort ? besonders mit den Musikschulen – zur Musikalisierung der Kinder zu knüpfen und so zu einem flächendeckenden Angebot für diese Altersgruppe beizutragen.

Laudator: Professor Raimund Wippermann, Rektor der Robert Schumann Hochschule, Düsseldorf