2006: Preisträger

Die Preisträger 2006 wurden am 22. September 2006 im Rahmen der Preisverleihung im Stadttor Düsseldorf bekannt gegeben.


Musik ermöglicht eine Kultur der Anerkennung:

Kategorie Nachwuchs
Gewinnung neuer Zielgruppen

1. Preis in der Kategorie Nachwuchs

Preisträger
Jugendmusikschule Burscheid e.V. mit dem Orchesterverein Hilgen 912 e.V.

Projekt
Musikus – das junge Programm des Orchestervereins Hilgen

Die Jury begründet ihre Entscheidung:
Mit dem Ziel, Kinder an symphonische Blasmusik heranzuführen, sie mit einem Orchester und seinen Instrumenten vertraut zu machen und somit Nachwuchs für Musikschule und Orchester zu gewinnen, wurde in Burscheid ein professionelles Konzept der Musikvermittlung für Kinder und Jugendliche entwickelt.

Bestehend aus einem Kinderkonzert, einem Jugendkonzert und einer szenischen Aufführung, an der jeweils auch Kinder aktiv beteiligt werden, startete das Programm ?Musikus? im Sommer dieses Jahres. Das Konzept überzeugte die Jury nicht nur inhaltlich, sondern auch durch eine professionelle Öffentlichkeitsarbeit, hinter der eine durchdachte Kommunikationsausrichtung steht. Das Zusammenwirken von Hören, Sehen, Erleben und Musizieren sowie die Einbindung Neuer Musik in die Programme für Kinder würdigt die Jury mit diesem Preis.“

Laudator: Arnd Bolten
Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft „Musik im Laienbereich“ des Landes-musikrates Nordrhein-Westfalen e.V.
Vizepräsident des Volksmusikerbunds Nordrhein-Westfalen e.V.

Kategorie Nachwuchs – Ehrenpreis

Gewinnung neuer Zielgruppen

Preisträger
Musikschule Bocholt-Isselburg-Rhede und das Isselburger Blasorchester

Projekt
Gemeinsames Jugendblasorchester – „Isselburger Modell“

Die Jury begründet ihre Entscheidung:
„Besonders beeindruckend ist die Tatsache, dass die Kooperation zwischen der Musikschule Isselburg und dem Isselburger Blasorchester bereits seit 1972 besteht und damit eine lange, nachhaltige und erfolgreiche Kontinuität besitzt. Zwei Bläserensembles der Musikschule für Instrumentalanfänger bereiten die jungen Musiker auf die Teilnahme am Jugendblasorchester vor. Die Spieler sind sowohl Mitglieder des Vereins, als auch Schüler der Musikschule. Wer aufgrund seines Alters für das Jugendblasorchester nicht mehr in Frage kommt, hat die Möglichkeit im Blasorchester des Vereins weiterhin musikalisch aktiv zu bleiben. Beide Seiten profitieren damit von den zahlreichen Synergie-Effekten.

Wie sinnvoll und fruchtbar diese Art der Kooperation war und ist, zeigt die seit fast 35 Jahren bestehende Zusammenarbeit, in die derzeit über 100 Kinder und Jugendliche eingebunden sind. In Isselburg wird somit allen Bläsern ein durchgängiges Musizieren über die gesamte Lebensspanne ermöglicht. Die Orchester sind im Kulturleben der Stadt sehr präsent, beispielsweise in jährlich zwei herausragenden Gemeinschafts-konzerten, die auch als Wohltätigkeitsveranstaltungen durchgeführt werden.

Diese Kooperation hatte schon zu Beginn Vorbildcharakter und wurde als „Isselburger Modell“ bekannt – eine herausragende Leistung, die die Jury des Sparda-MusikNetz-Werkes 2006 mit einen Ehrenpreis in der Kategorie Nachwuchs würdigen möchte.?

Laudator: Professor Raimund Wippermann
Rektor der Robert Schuhmann Hochschule, Düsseldorf

Kategorie Begegnung
Kommunikation und Begegnung
verschiedener Kulturen und Generationen

1.Preis in der Kategorie Begegnung

 Preisträger
Niederrheinische Musik- und Kunstschule Duisburg und das Internationale Jugend- und Kulturzentrum Kiebitz e.V.

Projekt
Internationales Stadtteilorchester mit Chor

Die Jury begründet ihre Entscheidung:
„In dieser Kategorie steht die Kommunikation zwischen verschiedenen Kulturen und Generationen im Mittelpunkt. Das Projekt in Duisburg überzeugte die Jury mit dem mutigen Ansatz der Musikschule, in einem Stadtteil mit hohem Migrantenanteil und den damit verbundenen Problemlagen durch kulturelle Angebote Möglichkeiten zur Begegnung und zur gemeinsamen Erfahrungen zu schaffen.

Bereits im Jahr 2004 wurde durch die Kooperation der Musikschule, des Kulturzentrums, einer türkischen Gemeinde und der Elterninitiative ELIF ein „Stadtteilchor und -orchester International“ gegründet. In drei Gruppen musizieren und kommunizieren hier Eltern und Kinder wöchentlich. Auftritte in Duisburg und Gelsenkirchen haben bereits stattgefunden. Diese Musikgruppen stehen als lebendige Realisation für den Anspruch des Kulturzentrums in Marxloh, jungen Menschen unterschiedlicher nationaler und kultureller Herkunft die Möglichkeit gemeinsamer Erfahrungen durch Teilnahme an künstlerischer Gestaltung zu geben.

Das Engagement der beteiligten Partner für eine gelungene Begegnung der Kulturen in Duisburg-Marxloh zeichnet das Sparda-MusikNetzWerk 2006 mit einem 1. Preis in der Kategorie Begegnung aus.“

Laudator:
Professor Dr. Eckart Pankoke
Professor für Soziologie an der Universität Duisburg-Essen

Kategorie Kulturleben
Bereicherung des Kulturlebens vor Ort

1. Preis in der Kategorie Kulturleben

Preisträger
Musikschule Hochsauerlandkreis und der Männerchor Arnsberg 1880 e.V.

Projekt
„Helfen durch Musik und Gesang“

Die Jury begründet ihre Entscheidung:
„Helfen durch Musik und Gesang“ ist das Motto von jährlich vier gemeinsamen Benefizkonzerten zur Advents- und Weihnachtszeit, deren Erlös regelmäßig wohltätigen Zwecken in der Stadt Arnsberg zugute kommen. Drei Chorgruppen der Musikschule Hochsauerlandkreis gestalten die Auftritte gemeinsam mit dem Männerchor Arnsberg, in unterschiedlich gemischten Formationen, aber auch als Gesamtchor mit über 200 Sängern.

In die Konzerte, die jährlich vier mal vor insgesamt 2.400 Zuschauern stattfinden, werden auch Instrumentalsolisten der Musikschule und das dortige Kammerorchester eingebunden. Aber die Kooperation beschränkt sich nicht alleine auf diese Konzerte. Weitere musikalische Großprojekte sowie gemeinsame Familienfeste und materielle und ideelle gegenseitige Unterstützung festigen die Kooperation und lassen sie deutlich im Kulturleben Arnsbergs wirksam werden. Dieses umfassende Engagement für das Kulturleben der Stadt zeichnet das Sparda-MusikNetzWerk mit dem diesjährigen Preis in der Kategorie Kulturleben aus.“

Laudator: Ernst Leopold Schmid
Direktor der Landesmusikakademie NRW e.V., Heek-Nienborg

Kategorie Innovationsfeld Schule
Kooperation mit allgemeinbildenden Schulen

1. Preis in der Kategorie Innovationsfeld Schule

Preisträger
Clara-Schumann-Musikschule der Stadt Düsseldorf mit der Gemeinschaftsgrundschule Richardstraße

Projekt
Kostenloser Instrumentalunterricht für alle Schüler

Die Jury begründet ihre Entscheidung:
„Hierbei handelt es sich um eine beispielhafte Kooperation. Denn sie ermöglicht allen Kindern der 2. und 3. Klasse an einer Grundschule, deren Einzugsbereich im Armutsbericht der Stadt Düsseldorf erwähnt wird, in klassenübergreifenden Lerngruppen ein Musikinstrument kostenlos zu erlernen.

Dass dies in abgesicherter hoher Qualität, im Teamteaching von Grundschul- und Musikschullehrkräften und kostenlos für die Eltern erfolgen kann, ist dem hohen finanziellen Engagement der Musikschule, des Grundschul-Fördervereins, der Stadt Düsseldorf und weiteren Sponsoren zu verdanken. Da die positive Auswirkung von früher musikalischer Beschäftigung auf die Entwicklung von Kindern unumstritten ist, möchte das Sparda-MusikNetzWerk mit der Auszeichnung dieses kostenlosen Angebots auch zur Nachahmung in anderen Kommunen anregen.“

Laudator: Volker Buchloh
Leiter der Musikschule Oberhausen und des Kulturbüros der Stadt Oberhausen
Vorsitzender des Landesverbandes der Musikschulen NRW e.V. (LVdM NRW)

 

Besondere Erwähnung

Die Jury erwähnt besonders
die Rheinische Musikschule Köln und die Hauptschule Ursula Kuhr Köln

Projekt
„Hast Du Töne?“ –  Klanglabor

Die Jury begründet:
„Hast Du Töne?“ ist der Titel eines Klanglabors, das die Rheinische Musikschule Köln in diesem Herbst an der Hauptschule Ursula Kuhr starten wird. Die musikalische Arbeit an Hauptschulen ist ein bisher von den Musikschulen eher wenig beachtetes Feld, erprobte Modellkonzepte fehlen hier.

Vor diesem Hintergrund ist das Projekt in Köln, bei dem Schüler ohne musikalische Vorerfahrungen gemeinsam Klänge finden, verwenden und zu Kompositionen strukturieren, mit denen eine CD-Rom produziert wird, als sehr ambitioniert zu werten. Dabei wird auf den Einsatz herkömmlicher Musikinstrumente verzichtet, um allen Teilnehmern einen Zugang zu musikalischen Ausdruckmitteln zu ermöglichen.

Ziel des Projektes ist es, im gemeinsamen Musizieren die kommunikativen Fähigkeiten zu trainieren und die Teilnehmer in die Lage zu versetzen, selbst gestalterisch tätig zu werden und ihre eigene Musik zu erfinden. Diese Arbeit an einer Hauptschule im sozialen Brennpunkt mit den Mitteln der Neuen Musik wurde von der Jury ausdrücklich gewürdigt. Das Projekt soll von WDR 3, der Stiftung Kunst, Kultur und Soziales der Sparda-Bank West und dem Landesverband der Musikschulen in der Durchführung beobachtet und unterstützt werden, um bei Erfolg daraus ein Modellprojekt für andere Hauptschulen zu entwickeln.“

Laudator:
Professor Karl Karst
Programmchef des Kulturradios WDR 3

Wettbewerbsjury

Die Wettbewerbsjury setzt sich zusammen aus:

Arnd Bolten
Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft ?Musik im Laienbereich? des Landesmusikrates Nordrhein-Westfalen e.V.
Vizepräsident des Volksmusikerbunds Nordrhein-Westfalen e.V.

Volker Buchloh
Leiter der Musikschule Oberhausen und des Kulturbüros der Stadt Oberhausen
Vorsitzender des Landesverbandes der Musikschulen NRW e.V. (LVdM NRW)

Professor Karl Karst
Programmchef des Kulturradios WDR 3

Professor Dr. Eckart Pankoke
Professor für Soziologie an der Universität Duisburg-Essen

Martin Recker
Vorstand der Stiftung Kunst, Kultur und Soziales der Sparda-Bank West

Ernst Leopold Schmid
Direktor der Landesmusikakademie NRW e.V., Heek-Nienborg

Professor Raimund Wippermann
Rektor der Robert Schumann Hochschule, Düsseldorf

Ein besonderer Dank für die Organisation der Jurysitzung und der Preisverleihung sowie die Betreuung des Sparda-MusikNetzWerkes geht an Annegret Schwiening-Scherl, Geschäftsführerin des Landesverbandes der Musikschulen in NRW e.V., und an Ursula Wißborn, Geschäftsführerin der Stiftung Kunst, Kultur und Soziales der Sparda-Bank West.