Ausgezeichnete 2014

Folgende Kooperationsprojekte wurden in den vier Sparten Begegnung, Bildung, Kulturleben und Nachwuchs von der Jury des Sparda- MusikNetzWerkes ausgezeichnet:

Sparte Begegnung
In der Sparte Begegnung erhielt die Auszeichnung die Kunst- und
Musikschule der Stadt Brühl zusammen mit dem Johannesstift Brühl für das Projekt „Lang lebe die Musik“. In Begleitung von Andreas Brandt (1. Beigeordneter und Kulturdezernent der Stadt Brühl) und Ingrid Fraunholz (Leiterin des Seniorenchors) nahmen Bernhard Löffler (Leiter der Kunst- und Musikschule der Stadt Brühl) und Werner Virnich (Leiter des Seniorenzentrums Johannesstift) freudestrahlend die Auszeichnung entgegen.

2014_Bruehl

Professor Dr. Dr. Thomas Sternberg, kulturpolitischer Sprecher der CDU, hob in seiner Laudatio hervor, wie Musik das Leben und das Miteinander in einem Seniorenstift nachhaltig positiv gestalten kann. In Mitmachkonzerten, die abwechselnd aus Präsentation, Moderation und Mitmachaktionen für alle Hausbewohner bestehen, findet ein intensiver Austausch zwischen jungen und alten Menschen auf der Basis gemeinsamen Musikerlebens statt. Auch nicht-mobile Bewohner werden durch Übertragung der Konzerte in die Zimmer an den Aktionen beteiligt. Zusätzlich hat die Musikschule eigene Konzertformate für Menschen mit Demenz entwickelt: Es gibt ein „Instrumentenkarussell“ für Senioren verbunden mit Angeboten des instrumentalen Musizierens und – als verbindendes Element für die gesamte Einrichtung – einen Chor, in dem Bewohner, Mitarbeiter und Pflegekräfte gemeinsam unter Anleitung der Musikschule singen.
Das Sparda-MusikNetzWerk würdigt mit dieser Auszeichnung das umfassende Angebot der Musikschule Brühl für das gesamte Johannesstift. Das Projekt lässt alle Beteiligten erleben, wie sehr eine Beschäftigung mit Musik das Leben auch im hohen Alter noch intensiv bereichern kann.

Sparte Bildung
In der Sparte Bildung erhielt die Auszeichnung die Jugendmusikschule Heinsberg zusammen mit der Rurtal-Schule Heinsberg für das Projekt „Vocalprojekt“. Im Beisein von Jakob Gerards (1. Beigeordneter der Stadt Heinsberg) nahmen Theo Krings (Leiter der Jugendmusikschule Heinsberg e.V.) und Beate Theissen (Lehrerin an der Rurtal-Schule) freudestrahlend die Auszeichnung entgegen.

2014_Heinsberg

Ingola Stefanie Schmitz, kulturpolitische Sprecherin der FDP, hob in ihrer Laudatio hervor, dass Inklusion nicht nur ein politisch diskutierter, sondern ein erfüllender künstlerischer Prozess sein kann, wie das Vokalprojekt in Heinsberg exemplarisch zeigt. Wöchentlich singen hier die Schülerinnen und Schüler der Förderschule gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern der Musikschule, sie proben zusammen und bereiten gemeinsam ihre öffentlichen Auftritte vor. Das Chorangebot dient auch der Heranführung neuer Musiker an die integrative Band Rur-Rock, in der zusätzlich auch noch Lehrer und Schüler der benachbarten Hauptschule mitwirken. Förderschüler werden so ganz organisch über die Musik in die gemeinsamen Aktivitäten mit Schüllerinnen und Schülern anderer Schulformen, mit Lehrerinnen und Lehrern und weiteren Musikern eingebunden.
Das Sparda-MusikNetzWerk würdigt mit dieser Auszeichnung das Engagement der Musikschule und der Förderschule, allen Kindern durch gemeinsames Musizieren nachhaltige Begegnungen miteinander und mit der Musik zu ermöglichen. Die Schüler erleben sich selbst in der Musik, präsentieren sich auf der Bühne, erfahren Selbstwirksamkeit und stärken ihr Selbstvertrauen. Das Projekt soll in Zusammenarbeit mit der Lebenshilfe in Zukunft weiter ausgebaut werden und sein Potential für die Schülerinnen und Schüler in Heinsberg noch weiter entwickeln.

Sparte Kulturleben
In der Sparte Kulturleben erhielt die Auszeichnung die Musikschule Bochum zusammen mit der IFAK e.V., einem Verein für multikulturelle Kinder- und Jugendhilfe) für das Projekt „World Music Lab“. Freudestrahlend nahmen Manfred Grunenberg (Leiter der Musikschule Bochum), Rainer Buschmann (Musikschulehrer) und Friederike Müller (Geschäftsführerin IFAK e.V.) die Auszeichnung entgegen.

2014_BochumLukas Lamla, Mitglied im Kultur- und Medienausschuss von der Piratenfraktion, lobte in seiner Laudatio die Intention der Musikschule Bochum, Musik der Welt nicht nur zu präsentieren, sondern auch nachhaltig zu vermitteln. Das ist das Ziel des „World Music Lab“, einer Workshop- und Konzertreihe mit Musik aus Ländern in Bochum lebender Migranten. Türkische Musik, iranische Musik, Flamenco, afrokubanische und indische Musik werden von namhaften Künstlern in Workshops für alle Interessierten zugänglich gemacht; es wird gelauscht, ausprobiert, gemeinsam musiziert. Angesprochen sind alle Menschen ab 12 Jahren, besonders aber Bochumer aus den genannten Kulturkreisen. Das „World Music Lab“ soll ein Begegnungsort unterschiedlicher Kulturen werden, mit dem Ziel eines weltmusikalischen Netzwerkes in Bochum und der Heranführung des musikalischen Nachwuchses an die Weltmusikensembles und weitere entsprechende Angebote der Musikschule.
Das Sparda-MusikNetzWerk hält dieses Projekt für auszeichnungswürdig, da es auf die bestehende Vielfalt der Kulturen in unserem Bundesland mit einem durchdachten und umfassenden Musikschul-Angebot reagiert. Die Musikschule Bochum realisiert mit diesem Projekt bespielhaft den Anspruch, dass eine öffentliche Einrichtung sich der gesamten kulturellen Vielfalt einer Stadt öffnen und sie als bereicherndes Element in seine Angebote integrieren sollte.

Sparte Nachwuchs
In der Sparte Nachwuchs ging die Auszeichnung an den Musikverein St. Josef Horst, die Kindervilla Brachelen e.V. und die St. Martin Schule Brachelen für das Musicalprojekt: „Der Regenbogenfisch“. Kai Stoffels (Dirigent des Jugendorchesters), Helga Heuter-Heitzer (Leiterin der Kindervilla Brachelen e.V.) und Jennifer Gisbertz-Künster (Leiterin der St. Martinschule Brachelen) nahmen freudig Pokal und Urkunde für die Auszeichnung entgegen. Begleitet wurden sie von Helmut Holländer (1. Beigeordneter Hückelhoven) und Wilfried Oellers (Bundestagsabgeordneter der CDU des Kreises Heinsberg).

2014_BrachelenDie Laudatio für das Projekt wurde von Andreas Bialas, kulturpolitischer Sprecher der SPD, gehalten. Dabei wies er darauf hin, dass ehrenamtliches Engagement gerade für den Nachwuchs im Laienmusikbereich unverzichtbar ist. Dass ein solches Engagement eine halbe Ortschaft integrieren kann, zeigt vorbildlich das Musicalprojekt aus Brachelen. Über hundert Kinder und Jugendliche aus Brachelen, einem kleinem Stadtteil von Hückelhoven, erarbeiten gemeinsam eine Aufführung für ihren Ort, mit Instrumenten, Gesang, Tanz und darstellendem Spiel. Das Musical-Projekt fördert die Gemeinschaft zwischen den Kita-Kindern, den Grundschulkindern und den Jugendlichen des Musikvereins, es weckt das musikalische Interesse der Kinder und wirkt nachhaltig durch das besondere Erlebnis der Aufführung vor großem Publikum. Während der Erarbeitung lernten die Kita-Kinder alle Instrumente des Musikvereins kennen, die Aufführung war umrahmt von einem Fest mit weiteren musikalischen Angeboten für alle.

Das Sparda-MusikNetzWerk würdigt mit der Auszeichnung das hohe ehrenamtliche Engagement des Musikvereins für den musikalischen Nachwuchs vor Ort. Das Konzept der Musical-Aufführung gab jedem Mitwirkenden die Chance, seine Stärken in das gemeinsame Musikerleben einzubringen. Das Projekt des Musikvereins Brachelen ist beispielgebend für die zahlreichen Musikvereine in NRW.

Sonderpreis „Würdigung des kulturellen Engagements“
Die erneute Einreichung von zwei bemerkenswerten Projekten der Musik- und Kunstschule Duisburg gab der Jury Anlass, in diesem Jahr einen Sonderpreis zur „Würdigung des kulturellen Engagements“ zu verleihen. Freudestrahlend nahm Musikschulleiterin Johanna Schie diesen stellvertretend für alle Kooperationspartner entgegen.

Die Musik- und Kunstschule Duisburg hat in den zehn Jahren des Sparda- MusikNetzWerkes insgesamt acht Projekte eingereicht, von denen bereits drei mit einer Auszeichnung gewürdigt wurden.

Wie Laudator Oliver Keymis, kulturpolitischer Sprecher Die Grünen/Bündnis 90, hervorhob, stehen für die Musikschule und ihre Partner vor Ort immer das Engagement für die Stadt und ihre gesellschaftlichen Gruppen im Mittelpunkt – sei es mit einem internationalen Stadtteilorchester in Kooperation mit der türkischen Gemeinde, mit Aktionen für den Erhalt einer Kirche oder gegen den Kulturabbau in der Stadt, durch musikalische Projekte in Kooperation mit der Alzheimer Gesellschaft oder mit großanlegten Projekten, die sich aus der gemeinsamen musikalischen Arbeit mit den Roma im Haus „In den Peschen“ entwickelt haben.
Die Musik- und Kunstschule Duisburg zeigt verbunden mit ihren Partnern exemplarisch auf, dass mit kulturellen Mitteln aktiv Einfluss genommen werden kann auf die gesellschaftlichen Herausforderungen vor Ort. Sie macht Mut, mit kreativen Mitteln Stellung zu beziehen und sich einzusetzen für eine gelingende Stadtgesellschaft.

Die Jury des Sparda-MusikNetzwerkes würdigt mit diesem Sonderpreis das nicht nachlassende gesellschaftliche Engagement der Musik- und Kunstschule Duisburg mit ihren zahlreichen Kooperationspartnern in der Stadt.
Die Auszeichnungen sowie der Sonderpreis sind mit einem Preisgeld von jeweils 1.000 Euro verbunden.
Alle Auszeichnungen wurden im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung am 20. September 2014 um 18.00 Uhr im Partika-Saal der Robert Schumann Hochschule in Düsseldorf verliehen.
Dort präsentierten sich auch die frisch gebackenen Ausgezeichneten mit einem Musikbeitrag.